Ratgeber
Zusatzumsatz mit Lieferdiensten: Wie viel ist realistisch?
Von Tristan Göhler · Aktualisiert am 26. Juni 2026 · 7 Min. Lesezeit
„Wie viel bringt mir das konkret?" ist die erste Frage, die mir Gastronomen stellen. Sie ist absolut berechtigt, und ich gebe ungern Wunschzahlen aus. Eine Liefermarke ist kein Lottoschein, sondern eine Rechnung mit klaren Stellschrauben. Schauen wir uns die ehrlich an.
Die ehrliche Antwort: Es kommt auf deine Küche an
Jeder, der dir eine pauschale Umsatzzahl verspricht, ohne deine Küche und dein Gebiet zu kennen, verkauft dir etwas. Der Zusatzumsatz hängt von Faktoren ab, die bei jedem Betrieb anders liegen. Die gute Nachricht: Diese Faktoren kann man benennen und abschätzen.
Die vier Stellschrauben
- Liefernachfrage in deinem Gebiet. In einer dicht besiedelten Stadt wird deutlich mehr bestellt als in einer ländlichen Lage. Dein Gebiet setzt die Obergrenze.
- Freie Küchenkapazität. Du kannst nur so viele zusätzliche Bestellungen annehmen, wie deine Küche und dein Team in den Randzeiten verkraften.
- Küchenart und Warenkorb. Wie hoch ist der durchschnittliche Bestellwert, und wie gut teilen sich neue Gerichte die Zutaten mit deinem bestehenden Angebot?
- Öffnungs- und Lieferzeiten. Wer auch in den nachfragestarken Abendstunden und am Wochenende liefert, holt mehr heraus.
Was von einem Liefereuro übrig bleibt
Das ist der Teil, den viele unterschätzen, und den ich aus meiner Zeit bei den Plattformen gut kenne. Vom Umsatz, der auf der App steht, kommt nicht alles bei dir an. Realistisch musst du einrechnen:
- Plattform-Provision: je nach Plattform und Modell ein erheblicher Anteil pro Bestellung.
- Wareneinsatz: deine Foodcost wie im normalen Geschäft auch.
- Verpackung: ein Posten, der bei Lieferung extra anfällt.
Deshalb ist Umsatz nicht gleich Gewinn. Entscheidend ist, was nach Abzug dieser Posten übrig bleibt. Und genau hier spielt die bestehende Küche ihre Stärke aus: Weil du keine zusätzliche Miete und keine neue Mannschaft bezahlst, fällt der Deckungsbeitrag jeder Zusatzbestellung deutlich besser aus als bei einem Betrieb, der eine ganze Zweitküche tragen muss.
Eine zusätzliche Bestellung, die deine ohnehin laufende Küche mitnimmt, ist wertvoller als dieselbe Bestellung in einer Küche, die du extra dafür bezahlst.
So rechnest du es für dich durch
Statt zu raten, lohnt es sich, mit ein paar Annahmen konkret zu rechnen: Bestellungen pro Tag, durchschnittlicher Warenkorb, abzüglich Provision, Wareneinsatz und Verpackung. Auf der Startseite haben wir dafür einen Umsatz-Rechner, der dir den Brutto-Zusatzumsatz für deine Annahmen zeigt. Was am Ende konkret bei dir hängen bleibt, rechnen wir im Erstgespräch gemeinsam auf Basis deiner echten Zahlen durch.
Drei Fehler, die Umsatz kosten
- Zu enge Lieferzeiten. Wer das Wochenende und die späten Abende auslässt, verschenkt die nachfragestärksten Stunden.
- Unscharfe Marke. Ein klar positioniertes Konzept gewinnt auf der App mehr Bestellungen als ein beliebiges Zusatzangebot.
- Schlechte Fotos und Speisekarte. Auf den Plattformen wird mit den Augen bestellt. Profimaterial zahlt sich direkt in der Conversion aus.
Das Wichtigste in Kürze
Realistischer Zusatzumsatz lässt sich nicht pauschal beziffern, aber sauber abschätzen. Wer freie Kapazität, ein gutes Gebiet und eine klare Marke hat, holt sich planbar zusätzlichen Umsatz, ohne sein Risiko zu vergrößern. Wenn du wissen willst, ob sich der Schritt lohnt, lies als Nächstes, wie du clouddish-Partner wirst, oder rechne dein Gebiet direkt mit uns durch.
Passt das zu deiner Küche?
Wir schauen uns dein Gebiet an und rechnen dir vor, was mit deiner freien Küchenkapazität möglich ist. Unverbindlich, ohne Verkaufsgespräch.
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